Beginn der Vortragsreihe „Magische Orte – entdecken“

Eine Veranstaltungsreihe anlässlich des gleichnamigen Projektes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Landkreis Osnabrück Veranstalter und Organisation der Vortragsreihe: Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück in Zusammenarbeit mit: Archäologischer Arbeitskreis für Stadt und Landkreis Osnabrück e. V.

10.September 2015
Veranstaltungsort: Igel Gartenkultur, Bramsche, Im Eikrode 10

18:00 Uhr Führung durch den neu gestalteten Bereich „Biblische Gärten“ (Führung: Dr. Karsten Igel)
19:30 Uhr Vortrag von Dr. Karsten Igel, Universität Münster:

Zwischen Paradies und Landschaft – Gärten in der Geschichte
Garten als Abgrenzung eines Stück Landes aus der umgebenden Landschaft, als geschützter Raum, war zunächst ein Ort besonders intensiver Nahrungsproduktion. Nicht zufällig verbindet er sich damit auch mit den Vorstellungen des Paradieses, des Garten Edens. Dessen Schilderungen lehnen sich an bekannte Formen von Gärten an, waren aber immer auch Vorbild für Gärten.
Schon früh waren Gärten aber nicht nur Nutzflächen, sondern auch Orte der Besinnung und Erholung, der Kontemplation. Neue Formen des Landschaftsgartens im 18. Jahrhundert oder auch des naturnahe Gartens des 20. Jahrhunderts waren daher ebenfalls mit den Vorstellungen paradiesischer, natürlicher Landschaften verbunden. So steht der Garten auch heute im Spannungsfeld zwischen Kultur- und Naturlandschaft.

17. September 2015
Veranstaltung in Merzen-Plaggenschale

18: 00 Uhr Treffpunkt Wacholderhain; Führung durch das Gräberfeld Plaggenschale durch Axel Friederichs, Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück
19:30 Uhr Gaststätte Gerbus: Vortrag von Prof. Dr. Klaus Müller, Hochschule Osnabrück:

Wandel der Kulturlandschaft durch die Plaggenwirtschaft
Die Plaggenwirtschaft, eine weltweit einmalige Form der Landnutzung, entstand im 10. und 11. Jahrhundert in Nordwestdeutschland, als starkes Bevölkerungswachstum zu erhöhtem Nahrungsmittelbedarf führte. Sie zielte darauf ab, die wenig fruchtbaren Sandböden ertragsfähiger zu gestalten. Diese besondere Form der Landwirtschaft, die bis 1918 durchgeführt wurde, hat in einem Maße die Landschaften, besonders auch des Raums nördlich und westlich von Osnabrück, umgestaltet, wie es heute kaum noch bekannt und vorstellbar ist. Im Falle der Ortschaft „Plagenschale“ fand die Plaggenwirtschaft sogar Eingang in eine Ortsbezeichnung.

Prof. Dr. Klaus Müller beschreibt in seinem Vortrag den Ablauf der Plaggenwirtschaft, ihre Folgen auf die Gestaltungen der Landschaften, ihre Auswirkungen auf die Nahrungsmittelerzeugung sowie ihre Auswirkungen auf die soziokulturelle Entwicklung.

24. September 2015
Veranstaltungsort: Osnabrück, Museum am Schölerberg Natur und Umwelt

19:30 Uhr Vortrag von Prof. Dr. Hansjörg Küster, Universität Hannover

Inszenierte Natur: Kultur und Landschaft
Viele Menschen meinen, dass man immer in die „Natur“ kommt, wenn man die Stadt verlassen hat. Doch das, was man dort findet, ist eigentlich Agrarlandschaft und seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden von Bauern gestaltet worden. Es war immer besonders wichtig, optimale Erträge an landwirtschaftlichen Produkten oder Holz zu erzielen.
Die land- und forstwirtschaftliche Produktion wurde in den vergangenen Jahrzehnten von Grund auf umgestellt. Das führte dazu, dass menschliche Aktivitäten an einzelnen Orten intensiviert wurden, während andere Orte aufgegeben oder verlassen wurden. Landschaft mit ihren vielen ästhetischen Werten braucht gerade an marginalisierten Orten eine neue Perspektive: als Heimat, vielleicht auch für eine Versorgung mit nachwachsenden Rohstoffen. Eine solche Nutzung könnte zur Bewahrung einer vielfältigen Landschaft beitragen.

facebookgoogle_pluspinterestfacebookgoogle_pluspinterest